Der Deutsche Bolonka |
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Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Deutschem Bolonka und Bolonka Zwetna? Man muss sich zuallererst einmal klar werden, dass Russland, als Ursprungsland der Rasse Bolonka, eine klare Vorstellung davon hat, wie ein Tsvetnaya Bolonka/Bolonka Zwetna auszusehen hat. Wir vom VDBZ e.V. gingen naturgemäss davon aus, dass das Ursprungsland einer neuen Rasse massgeblich beim Standard ist, denn es wird früher oder später bei der Welthundebehörde FCI den Rassestandard einreichen, der dann für die Bolonkazüchter in aller Welt bindend sein wird. Diese Vorstellung hat der russische FCI-Verband "RKF" (Russian Kynological Federation) 1997 in einem Rassestandard festgelegt. Dieser Standard spricht von einem kleinen kräftigen
Hund, dessen Grösse (ungeachtet des Geschlechts!!) zwischen 24 und
26 cm zu liegen hat. Mehr als 20% weiss Anteil der Gesamtfläche
des Felles, Dagegen schauten wir uns die Zuchtsituation in Deutschland vor einigen Jahren an: Jahrelang hatten sich Züchter des russischen Bolonka Zwetna in Deutschland nach einer Beschreibung der ehemaligen DDR gerichtet, die den Tsvetnaya Bolonka etwas anders beschreibt: von einem kleinen, zarten Hund, von 20 bis 26 cm ist dort die Rede, der alle Farben ausser Reinweiss haben darf. Vom Weissanteil, nämlich dass ein Bolonka Zwetna nach Möglichkeit gar kein Weiss im Fell haben sollte, stand da nichts.... Seit 1997 sollte diese DDR-Beschreibung nun angesichts der Existenz eines russischen Standards im Grunde keine Gültigkeit mehr haben. Davon haben aber sehr viele Züchter keine Kenntnis genommen. Das Ergebnis davon war + ist, dass in Deutschland eine Menge Bolonka Zwetnas gezüchtet wurden (und vor allem in die Zucht einflossen) die dem russischen Standard nicht entsprechen, weil sie 1. kleiner als 24 cm und/oder 2. recht oft weiss gescheckt sind. Weisschecken sind in Deutschland allgemein beliebt, sie sind nach russischen Masstäben aber keine korrekten Bolonka Zwetnas und müssen von der Zucht ausgeschlossen werden. So sah die Situation damals aus und so sieht sie grossenteils auch heute noch aus.
Dieser etwas kleinere Typ Bolonka, gerne (aber nicht zwingend) mit hohem Weissanteil, aber wird seit 2003 vom Rassestandard des Deutschen Bolonka aufgefangen, den der VDBZ e.V. als zuchtbuchführender Verein etabliert hat.. Wir gaben den "Nicht-Standardgemässen" damit einen eigenen Namen und legitimierten sie so. Bolonkas mit diesen Eigenschaften (kleiner als 24 cm-aber grösser als 20 cm- bei erlaubtem hohem Weissanteil) werden seit 2003 ganz gezielt im Verbund Deutscher Bolonka Züchter e.V. in der Zucht eingesetzt, gezüchtet und in ein Zuchtbuch eingetragen. Seit Anfang des Jahres in das Zuchtbuch des RVD.e.V. der unser Dachverband geworden ist. Die Idee war, dass unter der Bezeichnung "Deutscher Bolonka" neben dem etwas grösseren Bolonka Zwetna eine sehr ähnliche aber eigenständige Rasse, entstehen soll, die die FCI-Anerkennung anstrebt. Ähnlich entstanden einst ja auch der Cavalier
King Charles Spaniel neben dem King Charles Spaniel oder der amerikanische
neben dem englischen Cockerspaniel. Ausserhalb des Verbundes Deutscher Bolonka Züchter gibt es nun aber zahlreiche Hunde des Typs Deutsche Bolonkas, die aber nicht als solche eingetragen sind oft genug, weil die Züchter nicht einmal wissen, dass ihre Hunde dem Standard des Bolonka Zwetna gar nicht entsprechen. Das sorgt natürlich für grosse Verwirrung. Viel helfen würde es, wenn alle Vereine, die Bolonkas betreuen, Hand in Hand arbeiteten und den russischen Standard der RKF anwendeten: Das würde dann mit sich bringen, z.B. systematisch Bolonka Zwetnas mit zu hohem Weissanteil von der Zucht auszuschliessen. Es ist Tatsache, dass derzeit Russland den RKF-Standard noch nicht bei der FCI eingereicht hat und der daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht zwingend ist... aber dass er in Zukunft zwingend sein wird, ist ebenso Tatsache.
Es braucht Erfahrung und einen sicheren Blick, um dies so frühzeitig zu erkennen, und nicht immer liegt man richtig, aber in den meisten Fällen hat sich die Entscheidung bisher als korrekt erwiesen.
Ganz ganz wichtig:
Der Fang des Deutschen Bolonkas soll auch nicht übertrieben kurz sein und Hunde unter 20 cm Grösse kommen nicht in die Zucht. Ob der Weg bis zur FCI-Anerkennung zu schaffen ist, ist abzuwarten. Dazu müssten am besten bundesweit alle Züchter mitziehen und die farbigen Bolonkas in zwei Typen einteilen: Einteilen heisst für den Bolonka zwetna
ganz einfach, den russischen Standard zur Kenntnis nehmen und ihn anwenden! auf der anderen Seite die Bolonkas unter 24
cm, bei denen mehr Weiss im Fell auftreten darf. Das wäre der Typ
Deutscher Bolonka Der Weg bis zur FCI-Anerkennung ist noch weit, aber jedes Jahr erblicken mehr kleine Deutsche Bolonkas das Licht der Welt: sehr zur Freude ihrer Besitzer!
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