Die Geschichte der Bolonkas |
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| Bolonkas gehören zur Familie der Bichons, (deren Name übersetzt nichts anderes als Schosshündchen bedeutet- bichonner (frz.) = verhätscheln, verwöhnen). Zur Familie der Bichons gehören auch noch die Bologneser, Malteser, Havaneser, Löwchen, der Coton de Tuléar und der Bichon à poil frisé. Wir unterscheiden zwischen drei Bolonkarassen: 1. dem Tsvetnaya Bolonka (in Deutschland unter dem Namen Bolonka Zwetna bekannt) 2. dem weissen Franzuskaya Bolonka (Bolonka Franzuska) und 3. (seit 2003 gezielt als Rasse gezüchtet) dem Deutschen Bolonka. Der Tsvetnaya sowie der Franzuskaya Bolonka stammen aus Russland, doch ihre Geschichte kann weit zurück bis ins Europa des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Man vermutet, dass im frühen 18. Jahrhundert kleine weiße malteserartige Schosshündchen vom französischen Königshof als wertvolle Geschenke an den russischen Zarenhof und zum russischen Adel gelangten. Dort züchtete man sie weiter und im Laufe der Jahre
entwickelte sich eine Rasse kleiner weißer lockiger Hunde, die dem
heutigen Bichon à poil frisé sehr ähnlich waren. Nach dem 2. Weltkrieg interessierte man sich in Russland plötzlich für die Zucht von kleinen Begleithunden, nachdem man sich Jahrhunderte lang nur für die Zucht von Arbeitshunden eingesetzt hatte. Unter der Sowjetherrschaft war es nahezu unmöglich, Hunde aus fremden Ländern zu importieren, also versuchte man, neue Rassen durch Kreuzung von bereits bestehenden zu erhalten. Der russische, farbige Bichon (Tsvetnaya Bolonka/Bolonka Zwetna) ging aus Kreuzungen des französischen Bichons (Franzuskaya Bolonka) mit so verschiedenen Kleinhunden wie Lhasa-Apsos, Toy Pudeln, Shih-Tzus, französischen Bolognesern, Pekingesen sowie kleinen, wuscheligen Mischlingshunden hervor. Er wurde vorwiegend in der Gegend um Moskau und auch Sankt Petersburg gezüchtet. Man etablierte Rassestandards und unterbreitete sie der Russian Kynological Federation (RKF), dem russischen FCI-Dachverband, die sie 1997 anerkannte. Auf einer russischen Ausstellung sah 1997 ein italienischer FCI- Experte die kleinen weißen Franzuskaya Bolonkas und bezeichnete sie als Bologneser höchster Qualität. Daraufhin wurden die weißen Bolonkas den Bolognesern zugeordnet, ihre Ahnentafeln entsprechend abgeändert und besaßen von nun an als Bologneser die offizielle Anerkennung durch die FCI. Schon in den 70er Jahren gelangten über Russland die ersten Bolonkas in die DDR und wurden dort gezüchtet. Der weiße Bolonka Franzuska wurde offiziell und innerhalb des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) mit Papieren gezüchtet. Der Tsvetnaya Bolonka hingegen, von dem auch immer wieder einige Exemplare in Franzuskawürfen gefallen waren, ist vor der Wiedervereinigung Deutschlands ausnahmslos ohne Papiere, eher heimlich gezüchtet worden, da er vom VKSK nicht anerkannt wurde.
Zu diesem Zeitpunkt änderte der VK die Rassebezeichnung
aller –vom VDH nicht anerkannten- Bolonka Franzuska auf den Ahnentafeln. Im September 1991 allerdings, wurde der Tsvetnaya Bolonka/Bolonka
Zwetna auf Betreiben einer Handvoll ostdeutscher Züchter, die sich
sehr um die Rasse bemühten, von zwei westdeutschen Vereinen anerkannt. Man kann durchaus von einem ersten Durchbruch sprechen, denn die UCI ist ein internationaler Hundeverband, der in Konkurrenz zum Welthundeverband, der Fédération Cynologique Internationale (FCI) steht. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der
der FCI angeschlossen ist, weigert sich bis heute, den Tsvetnaya Bolonka/Bolonka
Zwetna in Deutschland national als Rasse anzuerkennen. Daher kommt es, dass die Gesamtheit der deutschen Bolonkazüchter in Vereinen organisiert ist, die allesamt außerhalb des VDH/FCI liegen. Das ist auch der Grund warum Bolonkas nicht auf deutschen VDH-Ausstellungen gezeigt werden dürfen. Der Tsvetnaya Bolonka /Bolonka Zwetna besitzt diese Anerkennung
durch die FCI bis zum heutigen Tage noch nicht.
Der Tsvetnaya Bolonka ist allerdings in seinem Erscheinungsbild selbst in Russland heute noch nicht einheitlich, man sieht zum Teil sehr unterschiedliche Typen.
Dieser Typ, Deutscher Bolonka genannt, der etwas kleiner als sein russischer Vetter sein soll und der einen höheren Weißanteil im Fell aufweisen darf, wird seit 2003 gezielt vom Verbund Deutscher Bolonka Züchter e.V. (VDBZ) gezüchtet und weiterentwickelt. Der VDBZ hat einen eigenen Rassestandard etabliert und arbeitet darauf hin, den Deutschen Bolonka als Variante des Tsvetnaya Bolonka zur internationalen Anerkennung durch die FCI zu bringen. Unterscheidet sich der Deutsche Bolonka im Äußeren auch ein wenig vom Tsvetnaya Bolonka, wie ihn der russische Standard möchte, ist er doch vom Wesen haargenau wie sein „Vetter“, ein liebenswertes gutmütiges Kerlchen.
Wissenswertes über den Bolonka Zwetna und den Stand seiner Anerkennung in den Ländern, in denen er gezüchtet wird • der Tsvetnaya Bolonka wird nach dem
2. Weltkrieg in Russland gezüchtet, indem man den weißen, russischen
Bolonka Franzuska mit anderen, verschiedenen Kleinhunden kreuzt. |
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